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Auch das noch? Genau! Mein jüngstes Steckenpferd. Aber ich wußte schon sehr früh, dass ich später mal schreiben würde. Und jetzt ist später. Ok, meine Songs habe ich als Fünfzehnjähriger schon getextet. Und auch schon einige Werbetexte verfasst. Aber für die Bühne - Auftragsarbeit? Der Einstieg dazu kam erst vor ein paar Jahren.

Was für eine Umgewöhnung. Ich habe sowieso schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine, zwei Stunden nichts Produktives geleistet zu haben. (Eine uralte Macke - Danke, Papa!). Und dann das! Es ist ja so: Auf den vielen langen Zugfahrten hätte ich genügend Zeit. Aber leider kann man nicht sagen: Ok, heute bin ich von 10 bis 16 Uhr kreativ. Und manchmal lässt die Muse sich auch ganze zwei Wochen nicht blicken, und man kriegt entweder gar nichts zu Papier oder nur den Mülleimer voll. Noch schlimmer: Nicht nur man selber hat das Gefühl, eine faule Sau zu sein, sondern auch das ganze Umfeld denkt, man damelt nur rum. Furchtbar! Ich weiß nicht mal, ob es anderen Schreibern auch so geht ...

Aber dann gibt es wieder solche Momente - da fließt es einem förmlich aus den Fingern. Und weil ich so ein Hansdampf bin, liegen natürlich auch gleich zwanzig bis dreißig angefangene Werke verschiedenster Art in der "Irgendwann-weiter-schreiben" - Schublade. Wahrscheinlich werden sie in 6 bis 7 Jahren alle fast gleichzeitig fertig. Ich hoffe und beabsichtige, aus diesem Strang meines Schaffens irgendwann meine Rente zu beziehen.
So zehn, zwölf Mal im Jahr werde ich schon gefragt: "Unnnnd - was machste von deinen ganzen Sachen am liebsten?" Ist eigentlich Quark - gerade die Vielfältigkeit und der Abwsechslungsreichtum sind es ja, was mich so erfüllt...
ABER - es gibt mittlerweile Tage, wo ich die Arbeit als Autor tatsächlich zu meinem Favoriten erhebe, und gerade das Lyrische hat's mir angetan. Denn:

IN KEINER ANDEREN DISZIPLIN TUMMELN SICH SO WENIG BLENDER! Bitte diesen Satz mindestens noch zwei Mal durchs Hirn schicken! In Sachen Komposition z. B. ist es heute so unglaublich einfach, in unerkannter "Malen-nach-Zahlen"-Manier, per Drag 'n Drop, mit Loops, nach Lehrbuch, ach, weiß-der-Teufel-wie sonst noch ganze Sinfonien notfalls auf dem Handy zu synthetisieren. Für Autoren oder Textdichter allerdings gibt's (noch) keine Loops.

Moment - ich hab nicht gesagt, dass alle Komponisten Plagiatoren sind, nein, nein. Aber es gibt sie zuhauf, und sie blendern sich erhobenen Hauptes durch die Medien und lassen sich feiern. Tja...

Sollen sie - aber ich will nicht dazu gehören.

Ich bin lieber "Künstler" als "So-tun-als-ob"-ler. ;-)

Hier auch mal ein ganz interessantes Interview zum Thema Komponisten mit dem wohl erfolgreichsten deutschen Musicallibrettisen und -Übersetzer, Michael Kunze:

O. k., ganz schön fett. Aber leider nicht bar eines Arsches voll Wahrheit...

In diesem Sinne - ich werde das Thema beizeiten noch weiter vertiefen. Also: Immer mal wieder rein schauen, bitte! :-)