Musical
Ich bleibe dabei: Ich mag keine Musicals. Jedenfalls nicht das, was heute alles unter Musical verkauft wird. Ich muss es leider mal sagen: Aus dem Genre Musical ist ein hammerhartes Business geworden, das von Menschen dirigiert wird, bei denen eigentlich egal ist, ob sie ein Bühnenstück oder einen neuen Schokoriegel verkaufen. Alles bis auf den küstlerischen Inhalt ist superwichtig und wird zum Selbstzweck.

Fragt mal jemanden, der in letzter Zeit ein Musical besucht hat, wie es war! Die Antwort ist in den meisten Fällen: "Tolle Kostüme! Geiles Bühnenbild! Toootaal gute Musiker! Irre Atmosphäre! Tolle Aussicht von der Dachterrasse! ... " und so weiter. Und dann stellt mal eine Frage wie: "Hast du gelacht? Warst du gerührt? Gespannt? Überrascht?" oder gar: "Pfeif mal ne Melodie nach!" Da ist dann meistens Ende. Schade.

Und ich habe mir ganz fest vorgenommen, es demnächst einmal anders zu machen!!! (s. Rubrik Autor)

Das heißt nicht, dass es keine Ausnahmen gibt, oder daß ich dem Genre generell seine Existenzberechtigung abspreche. Ganz im Gegenteil. Es ist für viele Menschen eine Art "kulturelle Einstiegsdroge", was ja nicht falsch ist. Aber ich mag einfach nicht hundert Euro ausgeben, wenn davon neunzig auf das "Event" entfallen, und wo ich weiß (!), dass die Darsteller zum "Dienst" gehen. Sorry!

Ab und zu lasse ich mich mal zu einer sog. "Audition" überreden (denn die Marie muss ja doch irgendwo herkommen). Aber wenn ich den Eindruck habe, in eine solchen Maschinerie gelandet zu sein, haut mir meine eigene Psyche komischerweise sofort die Stimme zu Klump - und sie wollen mich eh nicht haben :-)

Aber die, für die ich gearbeitet habe, haben mich bisher jedesmal wieder engagiert. Ist doch besser als andersrum, oder?