Sprecher
Das dritte Standbein, das ich mir geschaffen habe. Ich habe schon sehr früh auf Sprache gestanden, nur leider - wie mir viele Leute bestätigt haben - ziemlich genuschelt bzw. 'westfälisch' gesprochen. (Tja, liebe Heimatgenossen, man mag es gar nicht glauben, aber: Wir haben einen Akzent.) Das war aber sehr schnell vorbei, als ich anfing Sprechunterricht zu nehmen. Und mein Sprecherzieher (Rainer Putzger von der UdK Berlin) war tatsächlich so fair, mir irgendwann zu sagen: "Spar' Dein Geld - ich kann Dir nichts mehr beibringen!"

Über meine Freundin, die schon als Synchronsprecherin arbeitete, bin ich irgendwann auch in diese Szene hineingeraten, und wie bei vielen neuen Dingen war es so: Am Anfang total spannend, aber wenn es zur Routine wird kann es auch sehr nervig werden. Und als ich dann einige der "großen" Sprecher kennengelernt habe und gesehen habe, wie sie 6 Tage die Woche von morgens bis abends bei Kunstlicht vor irgendwelchen Leinwänden oder Monitoren kleben, wusste ich: Das ist nicht das, wo ich hin möchte, wenn's auch noch so gut für's Konto ist. Denn man kann mit Synchronsprechen gutes Geld verdienen, aber dann muss man viel Synchronsprechen. Und wenn man viel Synchron spricht, ist es nur noch ein winziger Schritt, dass man nur noch Synchron spricht. Als ich nach Hamburg ging, konnte ich dann bald in der Werbung Fuß fassen, was lange nicht so zeitintensiv und angenehmer mit anderen Sachen vereinbar ist. Und die anderen Sachen kamen nach und nach dazu...

Links sind die Links. Viel Spaß damit!